„Trauerumwandlung“ nach dem „LebensEntwicklungs- und Gefühls- und TrauerUmwandlungs-Modell“ (LEGTUM) von Dr. Jorgos Canacakis

Die von mir durchgeführten Seminare beruhen auf meinen Erfahrungen mit dem Konzept der „Trauer- und Gefühlsumwandlung“, wie es der bekannte Diplompsychologe, Psychotherapeut und Trauerexperte Dr. Jorgos Canacakis seit den 1970er Jahren erforscht und bis heute weiterentwickelt hat.

Ich teile von ganzem Herzen die grundlegenden Erkenntnisse des Canacakis‘schen „LebensEntwicklungs- und Gefühls- und TrauerUmwandlungs-Modells“ (LEGTUM, früher TUM, LTUM und LETUM) über die Notwendigkeit und entwicklungsfördernde Wirkung des Fühlens und seines zielgerichteten Ausdrucks. Ebenso teile ich das humanistische Menschenbild, das anthropologische Grundverständnis und den speziellen Entwicklungsansatz des Modells sowie seine grundlegenden Arbeitsformen.

Für eine ausführliche Darlegung der Arbeitsweise und Kernaussagen des „LebensEntwicklungs- und Gefühls- und TrauerUmwandlungs-Modells“ (LEGTUM) und des dazugehörigen Konzepts der „MyroAgogik“ (= Anleitung zum Klagen/Trauern) verweise ich auf die Publikationen von Dr. Jorgos Canacakis, insbesondere auf die Titel Ich sehe deine Tränen (Erstveröffentlichung 1987, zuletzt Kreuz Verlag 2011), Die Welt ist voll von Halben Enten (Orphikon Verlag 2006) und Farbenprächtige Tränen sind der Ausdruck deiner tiefen, lebendigen Gefühle (Orphikon Verlag 2018).

Die Seminare

Die Grundstruktur meiner Trauerseminare fußt auf der reichen Begleiterfahrung, die Dr. Jorgos Canacakis in fast vierzig Jahren Forschung und Praxis mit seinem Modell gewonnen hat. Dem Ansatz liegen Erkenntnisse über die entwicklungs- und gesundheitsfördernde Wirkung der Myroloja zugrunde, einer Tradition von Klagegesängen im Gebiet der südgriechischen Mani, die der Trauerforscher in den 1970er und frühen ‘80er Jahren in bahnbrechenden psychologischen Feldstudien untersucht und deren Wirkprinzipien er seitdem konsequent in einen kreativen mitteleuropäischen Seminar-Kontext übersetzt hat.

„Trauerverarbeitung im Trauerritual und leib-seelisches Befinden. Psychologische Felduntersuchung zur psychohygienischen Wirksamkeit der Totenklagen (Moiroloja) in Mani, Griechenland, 1982, (Hochschulschrift Essen, Univ., Diss., 1982)

Mit Hilfe lang erprobter, lebendiger Rituale und vielfältiger, von der humanistischen Psychologie und neuester neurologischer Forschung inspirierter ganzheitlicher Methoden, die das Spüren anregen und einen sicheren Ausdruck für unser Fühlen ermöglichen, schaffen wir einen schützenden Rahmen und eine klare Struktur für das Erleben unserer Trauer.

So kann alles gefühlt und gesagt werden, was sonst ungehört bliebe. Die Gemeinschaft nimmt teil, unterstützt und bestätigt den eigenen Gefühlsausdruck, so dass in diesem Gesehensein Neues entstehen kann: Verständnis für sich selbst und für andere, Klarheit über den eigenen Lebensweg, Verbundenheit, Sicherheit, Lebendigkeit und neue Lebensfreude.

Entwicklung durch Gefühlsumwandlung

Damit ist die grundlegende, besondere Erfahrung der „Gefühls- und Trauerumwandlung“ beschrieben, die einen gelungenen Abschied ermöglicht. Sie ist den meisten von uns aus unserem bisherigen Leben wenig bekannt, da wir uns in unserer Kultur inzwischen angewöhnt haben, unter „Gefühlsregulierung“ vor allem die „Eindämmung“ und „Beherrschung“ unseres Fühlens und seines Ausdrucks zu verstehen. So ist verständlicherweise eine weitverbreitete kulturelle Unsicherheit im Umgang mit starken Gefühlen entstanden.

Unserer Erfahrung nach ist die Umwandlung berechtigter Gefühle durch zielgerichteten Ausdruck vor bestätigenden Zeugen jedoch grundsätzlich jedem Menschen zugänglich und auch jederzeit erlernbar. Was es dazu braucht sind klare Vorbilder, Vertrauen und Offenheit für eigenes neugieriges Probieren.

Wenn wir es erlebt haben sind wir einverstanden, dass die Erde sich weiterdreht. Wir können wieder in den Fluss der Zeit steigen und am Leben teilhaben, indem unsere Erinnerungen ohne Angst gewahrt und geachtet werden. In der Folge kann, je öfter wir uns trauen und es üben, die eigene Lebendigkeit auf der Grundlage unserer klaren Gefühlserfahrungen im liebevollen Umgang mit uns selbst und unseren Mitmenschen frei und zuversichtlich gelebt werden.

In der Terminologie der Entwicklungspsychologie kann die Erfahrung der „Gefühlsumwandlung“ als ein sozial-kognitiver, leiblich durchlebter und bewusst gemachter Moment der Mikrogenese verstanden werden, der das Potenzial hat, Bestandteil eines nachhaltigen, langfristigen Entwicklungsprozesses über den Verlauf der Lebensspanne hinweg zu sein. Sie ermöglicht es uns, im Angesicht herausfordernder Lebenserfahrungen als Teil einer menschlichen Gemeinschaft gesund und lebendig zu reifen und zu wachsen.

Wichtiger Hinweis: keine Therapie!

Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei den hier angebotenen Seminaren nicht um ein therapeutisches Angebot handelt. Trauer ist eine grundsätzlich berechtigte und gesunde Gefühlsreaktion auf einschneidende Lebensveränderungen. Als solche braucht sie zielgerichteten Ausdruck und liebevolle Zeugen in einer lebendigen, mitfühlenden Gemeinschaft. Erst steckengebliebene und über lange Zeit zurückgehaltene, nicht gesehene Trauer kann auf Dauer krank machen.

In meinen Seminaren geht es um das Erfahren und Erlernen eines gesundheitsfördernden, eigenverantwortlichen, selbstfürsorglichen Umgangs mit schmerzlichen Lebensveränderungen und den damit einhergehenden Gefühlen auf der Grundlage liebevoller, lebenserfahrener Selbsthilfe. Die Veranstaltungen sind daher im Bereich der Erwachsenenbildung einzuordnen.

Das ursprüngliche „TrauerUmwandlungs-Modell“ (TUM) wurde von Dr. Jorgos Canacakis in den frühen 1980er Jahren auf der Grundlage der eigenen psychologischen Forschung aus einem therapeutischen Ansatz und aus der psychotherapeutischen Praxis heraus entwickelt, unter Einbezug von Einflüssen aus der humanistischen Psychotherapie, insbesondere der Gestalttherapie und der Integrativen Therapie von Hilarion Petzold.

Mit Blick auf gesellschaftliche Veränderungen, neue Forschungs-Erkenntnisse u.a. aus der Neuropsychologie und auf der Grundlage der eigenen jahrzehntelangen Praxis-Erfahrungen in der handlungsorientierten Trauerbegleitung hat sich das „LebensEntwicklungs- und Gefühls- und TrauerUmwandlungs-Modell“ (LEGTUM) von Dr. Jorgos Canacakis, dessen Grundlagen ich in meiner Arbeit folge, in einem schrittweise vollzogenen Wandel jedoch bewusst und absichtsvoll in eine Richtung bewegt, die ausdrücklich außerhalb des therapeutischen Paradigmas liegt.

Die Rollen der „Therapeutin“, des „Patienten“ und der „Klientin“ im therapeutischen Sinne finden deshalb darin heute keine Anwendung mehr.

Ich weise darauf hin, dass ich keine psychotherapeutische oder anderweitig heiltherapeutische Qualifikation besitze. Meine Seminare stehen nicht in Konkurrenz zu therapeutischen Angeboten und können diese nicht ersetzen.

Mehr über meinen beruflichen Hintergrund finden Sie hier:

Über mich

Bücher zum Thema

Ich sehe deine Tränen (Erstveröffentlichung 1987, zuletzt Kreuz Verlag 2011) Die Welt ist voll von Halben Enten (Orphikon Verlag 2006) Farbenprächtige Tränen sind der Ausdruck deiner tiefen, lebendigen Gefühle (Orphikon Verlag 2018)

Aktuelles

Meine nächsten Basis-Trauerseminare in Essen:

■ 20.-22. August 2021
■ 17.-19. Dezember 2021